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Felice und Jack Cohen-Joppa, USA

Kategorie Aufklärung

Es gibt Menschen, die alles riskieren, um gegen Kernkraft und Atomwaffen zu protestieren. Viele werden dafür vor Gericht gestellt und ins Gefängnis geworfen. Und dann gibt es Menschen, die die Anti-Atom-Gegner unterstützen. Zwei, die ein Leben lang in dieser Form aktiv waren, sind Felice und Jack Cohen Joppa.

VIDEO: Felice & Jack Cohen-Joppa über ihre Unterstützung der Anti-Atom-Aktivist*innen

Retten ist das eine. Die Retter retten das andere. Und dieses andere ist unspektakulär und mühselig.

Das Ehepaar Felice und Jack Cohen-Joppa wendet sich seit nunmehr gut vier Jahrzehnten denen zu, die wegen ihres Widerstandes gegen die Nuklealisierung der USA – sei es die militärische oder die sogenannt friedliche – hinter Gitter landen.

Ihr Credo: Diejenigen die Hoffnung säen, dürfen nicht in Hoffnungslosigkeit und Isolation versinken. Das Ehepaar Cohen-Joppa hat es von Anfang an nicht bei aufmunternden Worten, Briefen, e-mails belassen; Ermutigen heißt für sie nicht zuletzt: Die Sache der Gefangenen fortsetzen, gemeinsam mit ihnen. Ein Mittel ihrer Wahl ist die Zeitung „The Nuclear Resister“, die vier Mal im Jahr erscheint und auf die Belange Inhaftierter fokussiert ist.  Schon in den Neunzigern erweiterten die Zwei das Themenfeld um Berichte und Analysen aus dem weiten Feld der Friedensbewegung und um Lageberichte über die, die in die Mühlen der Justiz gerieten.

Der Nuclear Resister half und hilft dabei, Anti-Nuke-Zellen hinter den Gefängnismauern aufzubauen. Willkommener Nebeneffekt: Die Inhaftierten können das Trauma von Isolation und Ohnmachtsgefühlen überwinden, indem sie aktiv bleiben. Diejenigen hinter Gittern helfen denen draußen beim Vernetzen, Recherchieren, Planen.

Die Unterstützergruppe, die seit 1980 agiert, trug anfangs den langen aber bedeutsamen Namen „The National No Nuke Prison Support Collection“ – später umbenannt in „The Nuclear Resisters“, wie die Zeitung.

Bis heute haben Felice und Jack in mehr als 100.000 Fällen publizierend und praktisch helfend tätig werden können – davon allein 37.000 Mal in den Achtzigern. Wie praktische Hilfe beschaffen sein muss, um anzukommen, weiß Jack aus eigenem Erleben. Nach Protestaktionen gegen Rocky Flats, einer nuklearen Anlage des US-amerikanischen Atomwaffen-Programms im Bundesstaat Colorado, verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Er erlebte unmittelbar die Sehnsucht, Teil der Freiheits- und Friedensbewegung zu bleiben.

Es ist eine stille, unspektakuläre und bisweilen frustrierende Arbeit, die das Ehepaar Cohen-Joppa leistet. Von der Beschaffung kleiner Dinge des täglichen Lebens, die hinter Gittern schwer zu haben sind, über Unterstützung der Angehörigen bis zur Fortführung, Unterstützung, Vernetzung von Arbeiten und Aktionen, wegen derer No Nukes- und Friedensaktivisten eingekerkert wurden.

Helping the helpers … war seit jeher ein Anspruch, des NFFA.  Wunderbar, dass wir zwei Menschen ehren können, die das in ganz besonderer Weise vorleben.

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