Nuclear-Free News
Chinesischer Anti-Atom-Aktivist
ins Arbeits-Straflager verbannt

Der bekannte Umweltaktivist und Träger des Nuclear Free Future-Award (2006), Sun Xiaodi, wurde vor kurzem zu zwei Jahren "Umerziehungs-Arbeitslager" verurteilt - wegen seiner fortgesetzten Bemühungen, Korruption und gefährliche Umweltvergiftung, wie sie beide für Chinas Nuklear-Industrie kennzeichnend sind, bekannt zu machen.

Seine Tochter, Sun Haiyan, sieht sich ebenfalls mit einem Urteilsspruch von 18 Monaten konfrontiert, wegen "krimineller Aktivitäten, die die Staatssicherheit gefährden". Ihr "Verbrechen": Sie sei mit verleumderischen Parolen von "nuklearer Umweltverschmutzung" und "Menschenrechts-Verletzungen" an die Öffentlichkeit getreten.

Ihr Vater, Sun Xiaodi, arbeitete bis zu seiner Entlassung 1994 in der Uranmine Nr. 792, einer Basis-Produktionseinheit für Nuklearmaterial in der chinesischen Provinz Gansu (siehe Darstellung von 2006).

Seit 1988 reist Sun immer wieder nach Beijing und überreicht der Regierung Petitionen, die dazu auffordern, die Korruption zu beenden, von der Chinas Nuklear Industrie durchtränkt ist; dazu Petitionen, die die Rechte der Arbeiter einfordern.

Sun hat mit ausländischen Journalisten darüber gesprochen, dass radioaktiver Müll häufig in Gansus Flüsse entsorgt wird; und er sagte, an den Händen der chinesischen Regierung "klebe Blut", wegen nicht vollzogener Sicherheits-Vorkehrungen in der Uranmine.

Die Offiziellen antworteten über zwei Jahrzehnte mit einer konzertierten Kampagne, die Sun Xiaodi schließlich den Job kostete und ihn, seine Frau und seine Tochter zur Zielscheibe von Repressalien und Entwürdigungen machte.

Trotz etlicher Gefängnisstrafen und unausgesetzter Drohungen von regierungsoffizieller Seite schickte Sun 2006 eine Grußbotschaft zur Preisverleihungsfeier des Nuclear-Free Futue Award nach Window Rock, Arizona. (Er selbst durfte - selbstverständlich - nicht ausreisen, um seine Auszeichnung in Empfang zu nehmen.)

Sun schrieb: "Wer den Durchbruch in Richtung atomfreie Umwelt schaffen will, muss seine Furcht überwinden und bereit sein, einen Weg voller Entbehrungen, Wunden und Tränen einzuschlagen, einen Weg, der durchaus auch unter Todesdrohung steht". Und weiter: "Gleichwohl, ich bin fest davon überzeugt, wenn sich alle Menschen um Frieden und Menschenwürde bemühen, kann auch eine Justiz die Realität einer atomfreien Zukunft nicht verhindern."

Sun Xiadoi zahlt einen hohen Preis dafür, dass er das Wort gegen Korruption in Chinas Atomindustrie erhebt. Australien hat soeben umfangreiche Uranlieferungen aus der Mine Olympic Dam nach China genehmigt. Die Regierung, sollte sich überlegen, ob es angesagt ist, Uran-Geschäfte mit einem Land zu machen, in dem internationale Menschenrechts-Standards so wenig gelten.

--Claus-Peter Lieckfeld
unter Heranziehung einer Pressemitteilung vom 16. Juli 2009
der Menschenrechtsorganisation Human Rights in China
(www.hrichina.org).

Weitere Info:
Environmental Activist Sun Xiaodi
Sentenced to Two Years of Reeducation-Through-Labor;
Daughter to Year-and-a-Half



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