|
Das Atomzeitalter wurde von Menschen begonnen. Nur Menschen können es beenden.
Dazu will der Nuclear-Free Future Award beitragen. Seit 1998 vergibt eine internationale Jury jedes Jahr drei mit je 10 000 Dollar dotierte Preise in den Kategorien Widerstand, Aufklärung und Lösungen. Geehrt, unterstützt und ermutigt werden
- Indigene, die gegen die radioaktive Verseuchung ihrer Heimat kämpfen
- Wissenschaftler und Journalisten, die über die Folgen radioaktiver Strahlung aufklären
- Juristen, die Opfer der Atomindustrie vertreten
- Politiker, die sich tatkräftig für eine atomfreie Zukunft engagieren
- Initiativen und Gemeinden, die Alternativen zur Atomenergie erproben
Atomwaffen und Kernenergie bedeuten
- unvorstellbare Vernichtungspotenziale
- eine unbeherrschbare Megatechnologie
- Menschenopfer bei indigenen Völkern in Uran-Abbaugebieten
- das ungelöste Problem der Endlagerung von Strahlenmüll
Die Kerntechnik – im militärisch-industriellen Komplex und bei staatlicher Subventionierung eine höchst lukrative Branche – verteidigt ihre Interessen weltweit: die Atomlobby hat Regierungen, Parlamente und Medien recht gut im Griff. Aber ebenfalls weltweit treten Menschen dem Monster furchtlos entgegen. Solche Menschen ehrt der Nuclear-Free Future Award und fordert
Das Uran muss in der Erde bleiben!
Beendet das Atomzeitalter!
Statements von Claus Biegert und Franz Moll
|
|
NEWSLETTER ANFORDERN

Lieber Herr Ex-Bundeskanzler Schmidt,
in Ihrer ZEIT-Kolumne "Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt" (ZEITmagazin 46/2008) haben Sie es uns Kernenergie-Gegnern mal wieder so richtig gegeben. Whouu, das tat ordentlich weh!
Aber eigentlich war es der Schmerz der Verzweiflung, der mich bei der Lektüre anfasste. Wie sollen wir mediokren Geister verantwortlich handeln, wenn Weltengeister und Globallenker wie Sie so ... so ....also, Herr Schmidt ich verkneife mir jetzt ein wertendes Adjektiv und rekapituliere einfach nur:
Auf die ZEIT-Frage, ob nicht Tschernobyl zu Meinungsänderungen in Sachen Kernkraftwerke geführt hat oder geführt haben sollte sagten Sie: "Warum? ...Wir Deutschen sind die einzigen, die diese Konsequenzen gezogen haben. Wir wollen klüger sein als die ganze Welt. Sind wir aber nicht."
Ich frage mich, ob Sie das so nassforsch auch den Strahlenverseuchten der Katastrophenregion ins Gesicht sagen würden oder den Hinterbliebenen der Liquidatoren? So ein wenig Tod ist ... darf ich Ihnen einen Formulierungsvorschlag machen? ... "natürlicher historischer Abrieb".( Sie dürfen in einem denkbaren weiteren Interview zum Thema die Formulierung verwenden, ohne auf die Quelle hinzuweisen.)
Es wäre wahrscheinlich müßig, Sie nach leckenden Salzstöcken zu fragen, die angeblich ewig halten sollten, nach nicht ausgelöstem Sicherheitsalarm in französischen Kernkraftwerken. Nach der – alles deutet darauf hin – prinzipiell unmöglichen, sicheren Endlagerung.
Wie sagten Sie noch? "Es gibt keine Energie und nichts auf der Welt ohne Risiken, nicht einmal die Liebe" Bei aller Liebe, Herr Schmidt, es gibt unmenschliche Konstrukte. Dazu zählen Atommeiler. Unmenschlich allein schon deshalb, weil irren bekanntlich menschlich ist, und diese Technologie keine Irrtümer dulden darf. Was bekanntlich nicht gelingt. Ihr Lieblingsphilopoph, Sir Carl Popper, hat das, glaube ich, auch gesagt.
Das Interview schließt mit dem Wort "Vernunft". Ach!
C.-P. Lieckfeld
Siehe auch:
BOMBIGES UND STRAHLENDES
13.07.08–Kolumne von C.-P. Lieckfeld
Wismut und der verdrängte KrebsS
20.07.08–Kolumne von C.-P. Lieckfeld
Wer warnt fliegt!
27.07.08–Kolumne von C.-P. Lieckfeld
|