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Woher der Strom kommen soll
Die BündnisGrünen halten an ihren Plänen zu den Themen erneuerbare Energien und Verwaltungsstrukturreform fest. Das ergab ein UeNa-Gespräch mit Karl-Martin Hentschel, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag.
Von Michelle Kossel, Kieler Nachrichten online
17. August 2007, UETERSEN–Während es im Rahmen der Diskussionen um die Umsetzung einer Verwaltungsstrukturreform ruhiger geworden ist, steht die Position der BündnisGrünen in Schleswig-Holstein fest: "Die Gemeinden sollten mehr Handlungskompetenzen erhalten. Es müsste geprüft werden, welche Aufgaben des Kreises durch das Verwaltungspersonal in den Rathäusern wahrgenommen werden könnten", so Karl-Martin Hentschel während eines Redaktionsgesprächs mit Verlagsleiter Lebrecht von Ziehlberg.
Geht es nach den Grünen, solle künftig die Gemeinde die einzige Anlaufstelle für fast alle behördlichen Anliegen der Bürger werden. Damit hält Hentschel an dem bereits 2004 gefassten Arbeitskonzeptes der BündnisGrünen zur Verwaltungsstrukturreform fest. Das Programm enthält auch Pläne zur Bildung von Regionalkreisen. "Wir brauchen effizientere Verwaltungsstrukturen, um Kosten zu sparen."
Auch beim Thema Energie bot Hentschel nichts neues. Bereits im Frühjahr dieses Jahres sprach er sich für ein verändertes Energiewirtschaftskonzept aus. "Es gibt genug regenerative Energien, um Europa zu versorgen", betonte Hentschel. Dafür sei jedoch ein sogenanntes Hochspannungsgleichstromnetz (HGÜ-Netz) erforderlich. Dieses Netz erlaube es, große Strommengen kostengünstig von Afrika nach Norwegen und vom Ural an die Atlantikküste und zurück zu transportieren. "Hätten wir eine derartige Versorgung schon heute, würde die Kilowattstunde für den Endabnehmer 4,6 Cent kosten. Das ist weniger als E.ON heute von uns kassiert."
Dafür seien jedoch Investitionen in Höhe von 800 Millionen Euro nötig. Bezahlen könnte das – der Bürger. "Umgelegt auf einen Zeitraum von 40 Jahren sind das für jeden Einzelnen etwa 250 Euro pro Jahr oder 20 Euro im Monat." Die Überlegungen seien, laut Hentschel, keine Utopien. "New York wird über ein solches Netz über Wasserstrom von den Niagarafällen versorgt."
Bereits jetzt seien zusätzliche Atom- oder Kohlekraftwerke nicht nötig. "Der Bau von regenerativen Kraftwerken ist heute schon billiger als die Nachrüs-tung von Kohle- und Atomkraftwerken. Es ist also unsinnig, konventionelle Energiequellen und Atomstrom weiter zu fördern." Jeder Euro, der heute noch in Kohle- und Atomstrom investiert werde, sei wieder ein Euro, der beim Ausbau der regenerativen Energien fehle.
Doch Monopolisten wie E.ON, RWE und Vattenfall seien an einer Energiewende nicht interessiert. Es sei ihnen "ein Dorn im Auge", wenn unter anderem Stadtwerke, Bauern und Finanzierungsgesellschaften Solar-, Wind- oder Biogasanlagen bauen, und den Konzernen damit unliebsame Konkurrenz zu bereiten.
Hentschel: "Jedes Jahr mehr Laufzeit für die alten Atommeiler ist für die E.ON bares Geld." Für Schleswig-Holstein bedeute dies jedoch ein weiteres verlorenes Jahr auf dem Weg in die Zukunft
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