Die seltsame atomare Verdrängung
Erinnern an den ersten Atommord
Vor 60 Jahren - am Abend des 4. März 1945 - fand auf dem Truppenübungsplatz bei Ohrdruf, südwestlich von Erfurt in Thüringen, ein Test statt, an den wir uns erinnern müssen. In den späten Jahren des Dritten Reiches gab es mehrere Gruppen von Wissenschaftlern und Technikern, die sich mit der Entwicklung einer Atombombe befaßt haben. Es gibt viel Literatur über Werner Heisenberg und Carl-Friedrich von Weizsäcker, nur sehr spärlich sind die Informationen über die konkurrierende Gruppe im Heereswaffenamt unter Kurt Diebner. Das ist erstaunlich, weil Diebner und nicht Heisenberg den technischen Durchbruch noch kurz vor Kriegsende geschafft hatte.
Cläre Werner berichtete 1962 vor Kultur- und SED-Funktionären: "Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern. Es war der 4. März 1945. Für den Tag hatten wir eine Geburtstagsfeier für den Abend, diese wurde abgesagt. Am Nachmittag war der BDM von Gotha auf der Burg. Hans war auch da und half uns noch, dann sagte er uns, daß heute auf dem Platz Weltgeschichte geschrieben wird. Es wird etwas gemacht, was es auf der Welt noch nicht gegeben hat. Wir sollen am Abend auf den Turm (der Wachsenburg, d.Vf.) gehen und in Richtung Röhrensee schauen. Er wisse auch nicht, wie das neue Ding aussehen wird. So waren wir ab 20 Uhr auf dem Turm. Nach 21 Uhr, gegen halb Zehn, war hinter Röhrensee mit einmal eine Helligkeit wie Hunderte von Blitzen, innen war es rot und außen war es gelb, man hätte die Zeitung lesen können. Es war alles sehr kurz, und wir konnten dann alle nichts sehen, wir merkten nur, daß es eine mächtige Sturmbö gab, aber dann alles ruhig war. Ich wie auch viele Einwohner von Röhrensee, Holzhausen, Mühlberg, Wechmar und Bittstädt hatten am anderen Tag oft Nasenbluten, Kopfschmerzen und auch einen Druck auf den Ohren. Am Nachmittag, gegen 14 Uhr, waren so zwischen 100 und 150 SS-Leute auf einmal auf der Burg, sie fragten wo die Leichen seien, wo sie hingebracht worden seien und wer schon da war. Wir wußten von nichts, und sie fragten uns, ob sie hier im "Objekt Burg" seien. Ich sagte ihnen, sie seien hier auf der Veste Wachsenburg, die im Volk immer nur als Burg bezeichnet wird. Ein Kradfahrer gab eine Meldung ab, daß die "Burg" über Ringhofen zu erreichen ist. Daraufhin fuhren die Autos von der Burg nach Mühlberg. Ich sah vom Turm, daß sie dann zum Übungsplatz fuhren."
Ein anderer Zeuge, Heinz Wachsmut, berichtete: "Nach einer Straftat ... wurde ich zwangsverpflichtet. Wir waren sechs Deutsche und hatten zur Hilfe 18 Häftlinge, darunter sieben Ungarn, fünf Polen und vier Russen; es waren alles Techniker, sie trugen keine Häftlingsanzüge, sondern Felddienst, und wurden auch mit uns verpflegt. Unsere Hauptaufgabe war, Tarnarbeiten durchzuführen. An gelandeten Flugzeugen, an Objekten, an Transportgut, das nicht immer sofort eingelagert werden konnte, und auch zu Hilfsarbeiten (wurden wir eingesetzt), wenn zu viele Häftlinge verstorben waren. Dazu mußten wir dann oft Holzhaufen errichten, wo die Leichen dann draufgelegt und angezündet wurden. Es gab keine Listen über die verstorbenen Häftlinge. Ein Tag, der immer in meinem Leben Bilder vor den Augen macht, war der Nachmittag des 5. März 1945. Wir mußten in der Polte Rudisleben Gerüste errichten für einen Versuch, der in wenigen Tagen stattfinden sollte. Am Nachmittag fuhr die SS mit LKWs vor, eigentlich hatte uns die SS nichts zu sagen, da wir ja immer mit Sonderbefehlen arbeiteten, die immer die Stempel der Reichspost bzw. des Forschungsrates trugen und nach dem Lesen sofort vernichtet werden mußten. Es war ein Befehl, der die Unterschrift von Kammler trug. Wir mußten alles Holz, das verfügbar war, aufladen. Die Fahrt ging nach Röhrensee, dort waren einige SSÄrzte tätig, da eine große Anzahl von Bewohnern Kopfschmerzen hatte und Blut spuckte. Wir waren dort falsch und wurden sofort nach Gut Ringhofen bei Mühlberg gebracht. Dort wurde uns gesagt, wir müssen Holzhaufen am Waldrand errichten, ca. 12x12 m und nur höchstens 1 m hoch, dazu mußten wir Vollschutz tragen, auch unsere Häftlinge. Am Waldrand sahen wir schon einige Haufen von Menschenleichen, die wohl ehemalige Häftlinge waren. Die Menschen hatten alle absolut keine Haare mehr, teils fehlten Kleidungsteile, sie hatten aber auch zum Teil Hautblasen, Feuerblasen, nacktes rohes Fleisch, teilweise waren einige Teile nicht mehr vorhanden. SS und Häftlinge brachten die Leichen an. Als wir die ersten sechs Haufen fertig hatten, wurden die Leichen darauf gelegt, je Haufen ca. 50 Stück, und Feuer gelegt. Wir wurden zurückgefahren. Im Gut mußten wir den Schutz und unsere gesamte Kleidung ausziehen. Diese wurde ebenfalls sofort von der SS angezündet, wir mußten uns waschen und erhielten neue Kleidung und neuen Schutz, dazu jeder eine Flasche Schnaps, auch unsere Häftlinge. Ein hoher SS-Mann sagte mir, es habe da oben eine große Stichflamme gegeben gestern, man hat etwas neues gemacht, davon wird die ganze Welt sprechen, und wir Deutschen sind die ersten. Leider sei dabei einiges nicht so gelaufen wie geplant und einige Nichtsnutze habe man weniger. Beim zweiten Einsatz wurden nochmals drei Haufen errichtet. Dabei sahen wir, wie aus dem Wald einige völlig unmenschliche Lebewesen angekrochen kamen. Wahrscheinlich konnten einige nichts mehr sehen. - Pause - Ich kann es auch heute nicht beschreiben. Von zwei SSLeuten wurden diese ca. zwölf bis fünfzehn Menschen sofort erschossen. Ob sie wirklich schon erschossen waren, kann ich nicht sagen, da einige noch den Mund bewegten. Sie wurden bzw. mußten von anderen Häftlingen auf die in Flammen stehenden Haufen getragen werden. Wir wurden wieder zum Gut gebracht und es wiederholte sich alles. Gegen 23 Uhr fuhren wir zurück zur Polte. Am Waldrand waren 14 Feuerstellen zu sehen. Wir konnten an diesem und den nächsten Tagen nichts essen, es gab für uns und die Häftlinge immer wieder Schnaps. Einer unserer russischen Häftlinge sagte uns, er habe einen der Erschossenen noch verstanden, >... großer Blitz - Feuer, viele sofort tot, von der Erde weg, einfach nicht mehr da, viele mit großen Feuerwunden, viele blind, Gruß an Mutter von Olek Barto nach Gurjew ...<". (Zitate nach Edgar Mayer und Thomas Mehner: Die Atombombe und das Dritte Reich, Kopp Verlag, Rottenburg a.N. 2002.)
Wir haben Gründe genug, uns voll Trauer an diesen 4. März zu erinnern. Aus der Anzahl der Scheiterhaufen läßt sich die ungefähre Anzahl der getöteten Häftlinge abschätzen. Diese mehrere hundert KZ-Häftlinge, die um die Atombombe herum aufgestellt worden waren, um die Wirkung zu erfahren, sind mit einiger Sicherheit die ersten Opfer einer Atombombe überhaupt. Nach einer Gedenktafel etwa oder irgendeinem offiziellen Hinweis auf den 4. März 1945 sucht man allerdings vergebens. Der Truppenübungsplatz bei Ohrdruf ist nach wie vor Truppenübungsplatz - heute der Bundeswehr. Sollten sich nicht noch irgendwelche Spuren dieses mörderischen Tests finden? Der Wirtschaftshistoriker Rainer Karlsch hat nach solchen Spuren gesucht. Er beschreibt den Krater, den die Testexplosion im Boden hinterlassen hat. Er hat das jüngste Buch über "Hitlers Bombe" geschrieben, es wird noch in diesem Frühjahr bei der Deutschen Verlags-Anstalt erscheinen.
Es gibt nicht nur den Krater, es gibt auch den Nachweis von Radionukliden im Boden an dieser Stelle, die die Bombenthese bestätigen. Karlsch ist es sogar gelungen, in Moskau Berichte des russischen Geheimdienstes auszugraben, in denen über den 4. März 1945 berichtet wird. Der russische Vater der Atombombe, Kurtschatow, hat sich damit beschäftigt und Stalin informiert - die Berichte passen sehr gut zu den oben zitierten Augenzeugenberichten. Es lohnt sich, die Bücher von Mayer/Mehner und Karlsch aufmerksam zu lesen. Nach Kriegsende haben zunächst die Amerikaner, etwas später die Russen alles, was sich irgendwie bewegen ließ - Unterlagen, Geräte, Menschen - gezielt gesucht und in die USA bzw. nach Rußland abtransportiert. Große Teile dieser Unterlagen sind in den USA noch heute unter Verschluß, so daß es einiger detektivischer Energie bedarf, zu rekonstruieren, was da am 4. März genau gezündet wurde. Diebner publizierte 1962 in der Fachzeitschrift Kerntechnik, deren Mitherausgeber er war und die gleichzeitig Publikationsorgan der Studiengesellschaft zur Förderung der Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schiffahrt in Hamburg gewesen ist, einen Artikel mit dem Titel: "Fusionsprozesse mit Hilfe konvergenter Stoßwellen - einige ältere und neuere Versuche und Überlegungen"
Diebner beschreibt in dieser Arbeit hinter vorgehaltener Hand, aber unmißverständlich, welche zweifellos physikalischtechnisch pfiffigen Überlegungen hinter der Explosion am 4. März 1945 standen. In seiner Publikation kommt natürlich die Bombe nicht direkt vor - Diebner spricht aber von technischen Anwendungen im Bereich unterirdischer Explosionen und Großraumsprengungen, zum Beispiel für den Hafenbau. Diebner hat 1955 zusammen mit Erich Bagge die Gründung der Studiengesellschaft zur Förderung der Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schiffahrt betrieben und saß dort im geschäftsführenden Vorstand. Ebenfalls mit Bagge zusammen hat er die Zeitschrift Atomkernenergie mitbegründet. Schon 1956 wurde die Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schiffahrt - den Leserinnen und Lesern des Strahlentelex heute besser als GKSS bekannt und berüchtigt - wiederum unter maßgeblicher Mitarbeit von Diebner gegründet, er war einige Zeit dort stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. Wer es noch nicht verstanden hat: Die Atombombe, die am 4. März 1945 mehrere hundert KZ-Häftlinge auf schreckliche Weise umgebracht hat, funktionierte nach einem Prinzip, das unter Führung von Diebner entwickelt wurde und zehn Jahre später von demselben Diebner in der neuen nordwestdeutschen Kernphysik angesiedelt wurde. Dieses Prinzip steckt hinter den sogenannten "PAC-Kügelchen", an denen wir uns heute aufreiben, weil in der Elbmarsch, wo sie in den Gärten umherliegen, Kinder an Leukämie erkranken.
Viele Fragen bleiben offen: Weshalb wurde die Testexplosion vom 4. März 1945 fast 60 Jahre lang von den eigentlich für solche Fragen zuständigen Historikern unterschlagen? Weshalb wurde das Buch von Meyer und Mehner nahezu völlig ignoriert oder lediglich angepöbelt? Weshalb haben die Konkurrenten von Diebner - die berühmten Professoren Heisenberg und Weizsäcker in ihren zahlreichen Schriften dieses Kapitel übersprungen? Weshalb hat Diebner die Göttinger Erklärung der 18 Atomwissenschaftler vom 12. April 1957 nicht mitunterzeichnet? Weshalb wurde 1990 das bis dahin strikte Verbot für deutsche Atomwaffen nach dem Paragraphen 16 des Kriegswaffenkontrollgesetzes fast vollständig aufgehoben? Weshalb drücken sich die deutschen Friedensforschungsinstitute und Friedensorganisationen vor diesem Geschehen?
Nehmen wir den 4. März in die unübersichtliche Reihe deutscher Gedenktage auf. In Deutschland wurden nicht nur die physikalisch-chemischen Grundlagen der Kernspaltung entwickelt und die Idee der Bombe formuliert, sondern auch gezielt die ersten Menschen mit einer Atombombe ermordet. Es ist nicht völlig abwegig, bei der Vorstellung zu frieren, die Nazis hätten nur wenige Wochen länger Zeit gehabt.
--Dr. Sebastian Pflugbeil
Der Text ist zuerst erschienen in
Strahlentelex Nr. 436-437 / 2005
Unabhängiger Informationsdienst zu Radioaktivität, Strahlung und Gesundheit
ISSN 0931-4288 www.strahlentelex.denow.com Nr. 436-437 / 19.Jahrgang, 3. März 2005
Historikerstreit über Hitlers Bombe
Von SPIEGEL ONLINE
Seine Wissenschaftler standen kurz vor der Entwicklung der Atombombe: Adolf Hitler
"Das Deutsche Reich stand kurz davor, den Wettlauf um die erste einsatzfähige Atomwaffe zu gewinnen", heißt es in einem Verlagsprospekt über das Buch "Hitlers Bombe" des Berliner Historikers Rainer Karlsch. Das Buch, das sich laut dem Verlag auf die Auswertung bislang unveröffentlichter Quellen sowie auf physikalische Gutachten und Messungen stützt, wird am 14. März in Berlin erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Der amerikanische Historiker Mark Walker, ein international anerkannter Experte für die Nuklearwaffenentwicklung in der Zeit des Nationalsozialismus, erkannte der Arbeit von Karlsch Brisanz zu. "Ich halte seine Beweisführung für sehr überzeugend", sagte Walker am Donnerstag in New York der Deutschen Presseagentur (dpa). Laut der Deutschen Verlags-Anstalt (DVA) kennt Walker das Buchmanuskript bereits.
"Totaler Schmarren"
Der Verlagsankündigung zufolge testeten deutsche Wissenschaftler in den Jahren 1944 und 1945 auf Rügen und in Thüringen nukleare Bomben. Dabei seien mehrere Hundert Kriegsgefangene und Häftlinge ums Leben gekommen. Neben Belegen für die Kernwaffenversuche habe Karlsch auch einen Entwurf für ein Patent auf Plutoniumbomben aus dem Jahr 1941 gefunden. Zudem habe der Historiker im Umland von Berlin "den ersten funktionierenden deutschen Atomreaktor" entdeckt.
Der Wissenschaftshistoriker Armin Herrmann, ausgewiesener Experte für die Atomexperimente der Nazis und Einstein-Biograf, hält diese Aussagen hingegen für "totalen Schmarren". "Da will sich jemand wichtig machen", sagte er zu SPIEGEL ONLINE. Den Deutschen sei es damals nicht gelungen, einen Reaktor zu bauen, in dem die kritische Phase der Kettenraktion tatsächlich erreicht wurde. Von einem "funktionierenden deutschen Atomreaktor" könne keine Rede sein. Dies gehe auch aus Abhörprotokollen der beteiligten Wissenschaftler hervor. Auch angebliche Atomwaffentests habe es nicht gegeben - weder auf Rügen noch in Thüringen.
Auch nach Einschätzung des US-Historikers Walkers verfügten die Deutschen keinesfalls über eine funktionierende Atombombe. Der Geschichtsprofessor vom Union College in Schenectady im US-Bundesstaat New York verglich das, was eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern insgeheim in Hitlers Heeresamt möglicherweise entwickelt und im Test zur Explosion gebracht haben soll, mit der so genannten "schmutzigen Bombe" - also eher geringen Mengen nuklearen Materials, das von großen Mengen Sprengstoff umhüllt ist. Diese Waffe hätte nach Meinung von Walker nur an der Front eingesetzt werden können, um feindliche Truppen zurückzuwerfen.
Spionageberichte als Quellen
Walker bescheinigt Karlsch allerdings, "ein ganz neues Kapitel" über Hitlers Suche nach der "Wunderwaffe" geschrieben zu haben. Der Berliner Historiker sei bei seinen vierjährigen Recherchen unter anderem in russischen Archiven auf Dokumente über eines der großen Rätsel des Dritten Reiches gestoßen. Weitere Informationen habe Karlsch in Dutzenden von Interviews mit "Amateurhistorikern" in den neuen Bundesländern gewonnen. Walker ist der Verfasser des 1990 erschienenen Buches "Die Uranmaschine - Mythos und Wirklichkeit der deutschen Atombombe".
Wie DVA-Sprecher Markus Desaga am Donnerstag der dpa sagte, wertete Karlsch zeitgenössische Forschungsberichte, Konstruktionspläne, Luftbilder, Tagebücher beteiligter Wissenschaftler sowie russische und amerikanische Spionageberichte aus. Zudem habe er sich auf physikalische Messungen und Bodenanalysen gestützt.
Karlsch (Jahrgang 1957) ist Dr. oec und promovierte im Jahr 1986 an der Humboldt-Universität in Berlin. Danach war er Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Humboldt-Universität, der Historischen Kommission Berlin und der Freien Universität Berlin.
...The press has been even harder on Karlsch. The newsmagazine Der Spiegel claimed the author cannot back up his spectacular claims. The Süddeutsche Zeitung called Karlsch's discoveries new but, as of yet, unproven. The Frankfurter Allgemeine Zeitung wrote that the book's title was misleading.
Eldon von Schelling of the Nuclear-Free Future Award agreed with that assessment, saying he thought the publisher's choice of title, "Hitler's Bomb," was an unfortunate one.
"A happier title would have been, "Hitler's Invisible Friend"", he said.
How Close Was Hitler to the A-Bomb?
By Klaus Wiegrefe
from SPIEGEL ONLINE
The United States needed 125,000 people, including six future Nobel Prize winners, to develop the atomic bombs that exploded over Hiroshima and Nagasaki in 1945. The uranium enrichment facility alone, including its security zone, was the size of the western German city of Frankfurt. Dubbed the Manhattan project, the quest ultimately cost the equivalent of about $30 billion.
In his new book, "Hitler's Bomb," Berlin historian Rainer Karlsch claims Nazi Germany almost achieved similar results with only a handful of physicists and a fraction of the budget. The author writes that German physicists and members of the military conducted three nuclear weapons tests shortly before the end of World War II, one on the German island of Ruegen in the fall of 1944 and two in the eastern German state of Thuringia in March 1945. The tests, writes Karlsch, claimed up to 700 lives.
If these theories were accurate, history would have to be rewritten. Ever since the Allies occupied the Third Reich's laboratories and interrogated Germany's top physicists working with wunderkind physicist Werner Heisenberg and his colleague Carl Friedrich von Weizsäcker, it's been considered certain that Hitler's scientists were a long way from completing a nuclear weapon.
Karlsch's publisher, Deutsche Verlags-Anstalt, is already issuing brazen claims about the "sensational results of the latest historic research." The Third Reich, says the publishing house, was "on the verge of winning the race to acquire the first functioning nuclear weapon." Even before the book was published, the generally reserved publishing house sent press kits to the media, in which it claimed that the author had solved "one of the great mysteries of the Third Reich."
The book is being presented Monday at an elaborately staged press conference. Karlsch, an unaffiliated academic, plans an extensive author's tour.
The only problem with all the hype is that the historian has no real proof to back up his spectacular theories.
His witnesses either lack credibility or have no first-hand knowledge of the events described in the book. What Karlsch insists are key documents can, in truth, be interpreted in various ways, some of which contradict his theory. Finally, the soil sample readings taken thus far at the detonation sites provide "no indication of the explosion of an atomic bomb," says Gerald Kirchner of Germany's Federal Office for Radiation Protection.
Karlsch spent several years in archives researching his subject, discovering many unknown documents on the history of science in the Third Reich. That includes a manuscript of one of Heisenberg's speeches which historians had previoulsy assumed had been lost. The manuscript alone would have been a significant find, but it wasn't enough to satisfy Karlsch or fully support his offbeat theory. As a result, in order to give his theory wings, he had to make some speculative leaps.
The bazooka effect
For one thing, he focuses on Erich Schumann, who served as chief of research for Germany's weapons division until 1944. At Schumann's estate, Karlsch discovered records from the post-war period. Schumann was a former physics professor and wrote that in 1944 he discovered a method of generating the high temperatures (several million degrees Celsius) and extreme pressure necessary to trigger nuclear fusion using conventional explosives. The hydrogen bomb is based on this principle.
During World War II, explosives experts experimented with hollow charges -- essentially hollowed-out explosive devices -- which possess extremely high penetration force. The success of the bazooka is based on this effect and Schumann believed he could apply it to a nuclear weapon. He assumed that enough energy for nuclear fusion would be released if two hollow charges were aimed at each other.
It's a theory that deserves serious consideration. However, Schumann never claimed to have tested his theory in practice. Karlsch, however, believes it was applied. He claims Schumann presented his ideas at a conference in the fall of 1944. He then speculates that, under instruction from the SS, a team of physicists working with Kurt Diebner, a rival of Heisenberg, made use of the discovery.
Karlsch bases his theory in part on statements made by Gerhard Rundnagel, a plumber, to the East German state security service, the Stasi. In the 1960s, the Stasi became aware of rumors circulating in the former East German state of Thuringia that there had been a nuclear detonation in 1945. Rundnagel told the security service that he had been in contact with the research team working with Diebner. He said one of the physicists in the group had told him that there were "two atomic bombs in a safe." Rundnagel later said the two bombs were dropped over Hiroshima and Nagasaki. Despite that inconsistency, Karlsch believes the man should be taken seriously.
An argument full of holes
The biggest hole in Karlsch's argument stems from his inablility to prove how the Diebner group managed to implement Schumann's ideas. According to Karlsch, Diebner and his colleagues used a special device that combined nuclear fission and fusion to initiate a chain reaction. With the help of physicists, Karlsch came up with a design for such a weapon and presents it in his book. Joachim Schulze, a nuclear weapons expert at Germany's Fraunhofer Institute, took a look at Karlsch's model and said it would be "incapable of functioning."
Another theory Karlsch presents in his book -- that the Germany navy tested a nuclear weapon on the Baltic Sea island of Ruegen -- is nothing short of fantastic. His key witness is Luigi Romersa, a former war reporter for a Milan newspaper, Corriere della Sera. For years Romersa, a Roman who is now 87, has been telling the story of how he visited Hitler in October 1944 and then was flown to an island in the Baltic Sea. Romersa says that he was taken to a dugout where he witnessed an explosion that produced a bright light, and that men wearing protective suits then drove him away from the site, telling him that what he had witnessed was a "fission bomb."
Unfortunately, Romersa doesn't recall the name of the island he claims to have visited or who was in charge of the bizarre event. Karlsch believes it was Ruegen. He dismisses the fact that soil analysis shows no evidence of a nuclear explosion by pointing to erosion.
A more credible witness is the recently deceased Thuringian resident Clare Werner. On March 4, 1945, Werner, who was standing on a nearby hillside, witnessed an explosion in a military training area near the town of Ohrdruf.
"It was about 9:30 when I suddenly saw something ... it was as bright as hundreds of bolts of lightning, red on the inside and yellow on the outside, so bright you could've read the newspaper. It all happened so quickly, and then we couldn't see anything at all. We just noticed there was a powerful wind..." The woman complained of "nose bleeds, headaches and pressure in the ears."
The next day Heinz Wachsmut, a man who worked for a local excavating company, was ordered to help the SS build wooden platforms on which the corpses of prisoners were cremated. The bodies, according to Wachsmut, were covered with horrific burn wounds. Like Werner, Wachsmut reports that local residents complained of headaches, some even spitting up blood.
In Wachsmut's account, higher-ranking SS officers told people that something new had been tested, something the entire world would soon be talking about. Of course, there was no mention of nuclear weapons.
Did Stalin hear reports about the weapon?
And what about the 700 victims, supposedly concentration camp inmates, Karlsch claims died in the tests? This impressive figure is nothing but an estimate based on the number of cremation sites Wachsmut recalls. However, on the reputed detonation date, the Ohrdruf concentration camp, part of the larger Buchenwald complex, recorded only 35 dead.
Another piece of evidence Karlsch cites is a March 1945 Soviet military espionage report. According to the report, which cites a "reliable source," the Germans "detonated two large explosions in Thuringia." The bombs, the Soviet spies wrote, presumably contained uranium 235, a material used in nuclear weapons, and produced a "highly radioactive effect." Prisoners of war housed at the center of the detonation were killed, "and in many cases their bodies were completely destroyed."
The Red Army's spies noted with concern that the Germany army could "slow down our offensive" with its new weapon. The fact that dictator Josef Stalin received one of the four copies of the report shows just how seriously the Kremlin took the news.
Unfortunately, the document Karlsch presents is of such poor quality that it cannot be clearly determined whether the report describing the explosions was written before or after the detonation Clare Werner claims to have witnessed.
More importantly, however, what Clare Werner claims to have seen could not have been a detonation of the type of bomb the German informer sketched for the Red Army. That type of device would have required several kilograms of highly enriched uranium, which all experts, including Karlsch, believe Nazi Germany did not possess.
There is one expert who the author, and his boastful publisher, hopes will support his theories. Uwe Keyser, a nuclear physicist who works for Germany's Federal Institute of Physics and Technology in Braunschweig, is currently testing soil samples from Ohrdruf. Keyser believes that the readings for radioactive substances he has obtained so far are sufficiently abnormal so as not to rule out the explosion of a simple nuclear device. Of course, Keyser's readings could also be caused by naturally occurring processes, material left behind by Soviet forces stationed in Ohrdruf until 1994 or fallout from the Chernobyl disaster or nuclear weapons tests conducted by the superpowers.
Keyser says he needs "about a year" to conduct a more precise analysis. He also needs someone to continue footing the bill.
Translated from the German by Christopher Sultan
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