2007 Nuclear-Free Future Widerstand Award
Mayors for Peace und Tadatoshi Akiba
Siehe auch: Rede von Bürgermeister Akiba in Salzburg
Aufzählungen gelten als langweilig. Manchmal sind
sie aber auch spannend und mehr als das:
ermutigend, notwendig, richtungsweisend. Die lange
Aktivitäten-Liste der Mayors for Peace (MfP) weist
von Mitte 1982 bis Mitte 2007 rund 90 größere
Aktivitäten aus: darunter diverse Mahnbesuche in
Hiroshima, diverse Proteste gegen französische
Atomtest und US-Untergrund-Atomtests,
Ausstellungen in Mumbai, Boston, Leeds, mehrere
Eingaben beim Weltgerichtshof in Den Hague.
Die Mayors for Peace fechten mit vielen
(friedlichen!) Waffen, mit Appellen, Deklaration,
Unterschriftenlisten, Bildern, Ausstellungen,
wissenschaftlichen Analysen nicht zuletzt.
Und immer wieder hämmern sie es dem
Weltgewissen – wo auch immer es sich verkörpern
mag – ein, dass schon die Drohung mit Atomwaffen
ein Verbechen ist. In seiner Message of Hibakusha
(Hibakusha sind die verstrahlen Überleben den des
Hiroshima- und Nagasaki-Bombardements sowie
deren erbgeschädigte Nachkommen) vom 17.
November 2006 in Rom, sagte der MfP-Präsident Dr.
Tadatoshi Aikba: »Wir wollen Städten helfen, sich
dagegen stark zu machen, dass man Cities zu Geiseln
machen kann. Wir verlangen positive Zusicherungen
aller Nuklearmächte, dass Städte keine Abwurfziele
sein können. Und indem wir diese Forderung erheben
erinnern wir daran, dass Städte derzeit faktisch Ziele
von Atomprojektilen sind. Allein schon die Drohung
ist laut International Court of Justice (ICJ) ein
Kriegsverbrechen.«
Und Akiba erinnert daran, weshalb Städtenamen
so einzigartig dazu taugen, das immer zu allererst
indivduell erfahrene Leid zur Mahnung zu verall -
gemeinern, ohne dabei die Botschaft zu verwischen:
»Das Leid der Einzelnen ist immer auch Leid einer
Familie, ja sogar der Nacharschaft und der erweiterten
Gemeinschaft; und Städte sind lebediger, echter
Ausdruck so einer Gemeinshafts-Identität. Daher
sprechen wir von Auschwitz, dem My Lai-Massaker,
der Bombarierung von Dresden, wenn wir mahnend an
dieses Leid erinnern wollen. Leid wird integraler
Bestandteil der kollektiven Erinnerung, und Frieden ist
die natürliche Antwort auf die Frage, wie wir all das in
Zukunft abwehren können.«
Können wir?
Mayors for Peace haben sich über das viertel Jahr -
hundert ihrer Existenz hinweg nie von jener defätis -
tischen Schein-Vernunft niederziehen lassen, die da
wissen will, gegen die Logik der Waffen, hülfe kein
Widerstand, kein Appelle, keine Abrüstungskampagne.
Für ihre Beharrlichkeit, für fortwährenden Mut, der
Mut macht, sind MfP vielfach geehrt und ausge -
zeichnet worden.
Der Nuclear Future Award 2007, eine weitere
Ehrung, möge eine Ermutigung der Ermutiger sein. Sie
ist notwendig, sie ist Not wendend.
–Claus-Peter Lieckfeld
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