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Atomkraftwerke erzeugen Krebs – Studienautoren
versuchen die Ergebnisse der Kinderkrebsstudie umzudeuten
Prof. Dr. med. Edmund Lengfelder: "Für mich ist das Betrug in der Wissenschaft!"
von Freistädter Mütter gegen Atomgefahr
und atomstopp_atomkraftfrei leben!
Kinderkrebsstudie – Das Ergebnis
Im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit und des Bundesamtes für
Strahlenschutz wurde eine epidemiologische Studie zu
Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken (KiKK-
Studie) erstellt, in der untersucht wurde, ob Krebs bei
Kindern unter 5 Jahren in unmittelbarer Umgebung von
Atomkraftwerken häufiger ist als in größerer Entfernung*.
Bei der Veröffentlichung der Ergebnisse kommen die Autoren
zur Schlussfolgerung: "Unsere Studie hat bestätigt, dass in
Deutschland ein Zusammenhang zwischen der Nähe der Wohnung
zum nächstgelegenen Kernkraftwerk und dem Risiko, vor dem
5. Geburtstag an Krebs (bzw. Leukämie) zu erkranken,
beobachtet wird."
"Anstatt aus den eindeutigen Ergebnissen der
Kinderkrebsstudie aber sofort Konsequenzen zu ziehen und an
die Adresse der Betreiber der Atomkraftwerke zu richten -
einerlei ob sie Temelin, ISAR 1 oder Mochovce heißen -
machen sich die Wissenschafter scheinbar zu willfährigen
Handlangern der Atomlobby und relativieren die Autoren der
Studie die Ergebnisse!", so Gabriele Schweiger, Obfrau von
den Freistädter Müttern gegen Atomgefahr und Roland Egger,
Obmann von atomstopp_atomkraftfrei leben! empört.
Kinderkrebsstudie – Der wissenschaftliche Betrug
Im Widerspruch zu früheren Aussagen relativieren die
Autoren das Ergebnis wie folgt: "Diese Studie kann keine
Aussage darüber machen, durch welche biologischen
Risikofaktoren diese Beziehung zu erklären ist. Die
Exposition gegenüber ionisierender Strahlung wurde weder
gemessen noch modelliert. . (es) kann aufgrund des
aktuellen strahlenbiologischen und epidemiologischen
Wissens die von deutschen Kernkraftwerken im Normalbetrieb
emittierte ionisierende Strahlung grundsätzlich nicht als
Ursache interpretiert werden."
Hier ortet Prof. Lengfelder, Leiter vom Otto Hug
Strahleninstitut in München, den Betrug: "Wenn die
Studienautoren nach Vorliegen der schockierenden Ergebnisse
nun Strahlung als mögliche Ursache der Krebserkrankungen
kategorisch in Abrede stellen, dann kann das nur als Folge
einer absichtsvollen Veränderung und Missachtung der vorab
verbindlich festgelegten Methodik und Konzeption der
Kinderkrebsstudie (Abstand als Ersatzgröße der
Strahlenexposition) aufgefasst werden. Dieses Vorgehen
erfüllt nach meiner Auffassung die Tatbestandsmerkmale von
Fälschung bzw. Betrug in der Wissenschaft!"
Ende 2006 haben die Autoren in der
Fachzeitschrift "Umweltmedizin in Forschung und Praxis
(Nr.11, S. 20 - 26) über die laufenden Arbeiten an dieser
Kinderkrebsstudie berichtet (Krebs bei Kindern in der
Umgebung von Kernkraftwerken: Bericht zu einer laufenden
epidemiologischen Studie). Damals haben sie erklärt: "Als
Approximation für die mögliche Strahlenexposition durch das
Kernkraftwerk wird der Abstand vom Leistungsreaktor
(Abluftkamin) zur Wohnadresse der Probandenfamilie zum
Zeitpunkt der Diagnosestellung ermittelt (S. 23)." Und
weiter: "Die Analyse beruht auf einem Surrogat der
individuellen Expositionsabschätzung. Mit Hilfe eines
Abstandsgesetzes kann mit der Surrogatgröße eine
approximative Dosis-Wirkungsbeziehung geschätzt werden (S.
25)."
Prof. Dr. Lengfelder dazu: "In dieser Passage der
Publikation von 2006 erklären die Studienautoren eindeutig,
dass die Strahlenexposition der eigentliche
Untersuchungsparameter der Kinderkrebsstudie ist, der aber
mangels direkter Messbarkeit als "Surrogat" (Ersatzgröße)
in Form des Abstandes gemessen wird. Im Studiendesign war
explizit das Abstandsquadrat (Abstandsgesetz) der
Strahlenexposition als wesentliche Korrelationsgröße zu den
Krebserkrankungen festegelegt worden."
Und Prof. Dr. Lengfelder weiter: "Die Ergebnisse der
Kinderkrebsstudie zeigen, dass tatsächlich die
approximative Dosis-Wirkungsbeziehung Strahlung-
Krebsinzidenz besteht, und dass die Leukämie als
besonders "strahlengeneigte" Tumorart überproportional
ansteigt!"
Kinderkrebssudie – Die Konsequenzen
Ergebnisse wie diese sind als klarer Auftrag zu erkennen
und Prof. Dr. Lengfelder fordert deshalb: "Die bestehenden
Grenzwerte führen zu Krebs und Leukämie. Sie müssen deshalb
mindestens um den Faktor 50 gesenkt werden. Der Betrieb der
AKWs ist solange zu unterbinden, bis die entsprechenden
Anlagen z ur Senkung der Emissionen eingbaut sind.", so
Prof. Lengfelder abschließend.
Hintergrund – Ergänzung:
Kinderkrebsstudie – Der Auftrag und die Nullhypothese
Die Nullhypothese der Studie lautet im Dezember 2007: "Es
besteht kein Zusammenhang zwischen der Nähe der Wohnung zu
einem Kernkraftwerk und dem Risiko, bis zum 5. Lebensjahr
an Krebs zu erkranken. Es liegt also kein negativer
Abstandstrend des Erkrankungsrisikos vor."
*Von 1980 bis 2003 sind laut Studie im Umkreis von fünf
Kilometern um die Reaktoren 77 Kinder an Krebs, davon 37 an
Leukämie, erkrankt. Im Durchschnitt seien 48 Krebs- bzw. 17
Leukämiefälle zu erwarten gewesen.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Edmund Lengfelder: +49 89 21 80 75 833 oder 834
Roland Egger +43 664 421 56 13
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