IPPNW fordert Ächtung von Uranwaffen
USA sucht nach Alternativen zu Uranmunition
IPPNW-Presseinfo vom 20. Januar 2010
Die USA sucht derzeit nach Alternativen zu Uranmunition. Das hat die
us-amerikanische Regierungsbehörde zur Beschaffung von Munition für
die Armee (Maneuver Ammunition Systems) gegenüber der "Internationalen
Koalition zur Ächtung von Uranwaffen" (ICBUW) bestätigt. "Das ist ein
erster Schritt in die richtige Richtung. Abgereichertes Uran wurde in
den beiden Irak-Kriegen systematisch eingesetzt und stellt mit großer
Wahrscheinlichkeit eine wesentliche Ursache für die massiv
ansteigenden Zahlen von Krebserkrankungen der irakischen Bevölkerung
dar", erklärt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen. Die
Ärzteorganisation IPPNW fordert die deutsche Bundesregierung auf, dem
Beispiel Belgiens zu folgen und die Produktion und den Einsatz von
Uranmunition zu verbieten.
Abgereichertes Uran ("depleted uranium", DU) ist ein Abfallprodukt aus
der Urananreicherung von Brennelementen für Atomkraftwerke. Die
US-Streitkräfte setzten Uranmunition 1991 im Golfkrieg gegen den Irak
ein. Auch im Kosovo-Krieg der NATO gegen Serbien 1999 und im
US-geführten Irak-Krieg 2003 wurden derartige Geschosse verwendet.
Seit Mitte der 1990er Jahre berichten Ärzte aus Basra über einen
rapiden Anstieg von Krebsfällen und Geburtsschäden. Sie nehmen an,
dass die Erkrankungen auf die Umweltzerstörung durch im Kampf
freigesetzte Schadstoffe zurückzuführen ist - wie z.B. abgereichertes
Uran. Es gibt bisher zu wenig detaillierte Untersuchungen über
Gesundheits- und Umweltfolgen von Uranwaffen. Daher konnte der kausale
Zusammenhang zwischen Uranwaffeneinsatz und Krankheiten lange nicht
eindeutig festgestellt werden. Viele wissenschaftliche Berichte und
Veröffentlichungen, die auf Studien an Tieren und Zellen basieren,
zeigen jedoch eindeutig die karzinogene Wirkung von abgereichertem Uran.
Die deutsche Sektion der IPPNW unterstützt eine epidemiologische
Studie zu Basra, die auf Initiative des irakischen Krebsspezialisten
Dr. Jawad Al-Ali zustande gekommen ist. Bisher gab es drei Treffen von
irakischen Medizinern und europäischen Epidemiologen zur Durchführung
dieses Projekts.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der International
Coalition to Ban Uranium Weapons
Kontakt: Xanthe Hall, Tel. 030-69807412, Mobil: 0171-435 8404
Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges
Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)
Körtestr. 10
10967 Berlin
www.ippnw.de
|