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Sechs Jahre nach dem World Uranium Hearing wurde in der Salzburger Residenz am 5. November 1998 zum 1.Mal der "Nuclear-Free Future Award" verliehen. Die Zeugen auf dem historischen World Uranium Hearing von 1992 waren in der Mehrzahl Angehörige indigener Völker, die auf allen Kontinenten die ersten Opfer von Uranabbau, Atomtests und der Lagerung radioaktiven Mülls sind. Sie sterben, weil die wirtschaftlichen und politischen Eliten der industriellen Welt die militärische und zivile Nutzung der Kernkraft noch immer für unverzichtbar erachten. Doch diesmal ging es darum, den Blick auf jene Bewegungen richten, die eine Veränderung bewirken können: Auf allen Kontinenten setzen Menschen ihre Kraft ein, um ein Zeitalter frei von Atomwaffen und Atomstrom einzuläuten. Diese Menschen ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken und zu ehren, ist Ziel des Nuclear-Free Future Award. Ihnen gebührt unser Dank, denn sie übernehmen Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen. Dank geht auch an die Jury, die sich für diesen Preis zusammengefunden hat: Ann Bancroft, Till Bastian, Angela Davis, Johan Galtung, Monika Griefahn, Peter Stephan Jungk, Val Kilmer, Corinne Kumar, Satish Kumar, Oren Lyons, Leonard Marks, John Mohawk, Kirkpatrick Sale, Galsan Tschinag, Robert Venables, Joseph Weizenbaum, Christine von Weizsäcker, Joan Wingfield. Gründer des Preises sind der Münchner Schriftsteller und Journalist Claus Biegert, der auch das Hearing initiierte, und seine verstorbene Frau, Christa Lubberger. Der Award finanziert sich aus Spenden und Stiftungsgeldern. Träger des Awards sind die neugegründete, in München ansässige "Franz-Moll-Stiftung für die kommenden Generationen" und der "Seventh Generation Fund" in den USA. |
Yvonne Margarula aus Australien
Sie ist die Sprecherin der Mirrar
Gundjehmi, ein kleines Aborigine-Volk im Norden Australiens, dessen
heiliges Land Jabaluka vom Uranabbau bedroht ist. Jabaluka liegt
im Kakadu National Park, eine Region, die von der UNESCO zum Welterbe
erklärt wurde. Die Mirrar Gundjehmi blockieren derzeit ihre
Land. Polizeiübergriffe sind an der Tagesordnung. Über
70 % der Australier unterstützen den Widerstand der Ureinwohner.
Raúl Montenegro aus Argentinien
Durch seine unermüdlichen
Aufklärungskampagnen gelang es ihm - einem Professor für
Biologie - in der Bevölkerung als auch auf Regierungsebene
ein breites Bewußtsein zu schaffen für die Gefahren
der Nukleartechnologie. Zu seinem größten Erfolg zählt
die Verhinderung einer Uranmine. Doch auch die zwölf Städte,
die sich zu atomfreien Zonen erklärt haben, sowie jene drei
Provinzen, die sich weigern, radioaktiven Müll aufnehmen,
sind Montenegros Verdienst.
Hari Sharan aus Indien
Der indische Ingenieur entwickelt
auf der Grundlage von Biomasse ein Energiekonzept, das kleinen
Dorfgemeinschaften mit Kleinindustrie erlaubt, sich vom Energienetz
abzukoppeln. Da Dr. Hari Sharan aufgefordert wurde, in der Schweiz
ein ebensolches Projekt zu verwirklichen, liegt der seltene Fall
eines Süd-Nord-Technologietransfers vor. Sharans Slogan lautet:
"Renewables for Peace" (Erneuerbare Energien für den Frieden).
Maisie Shiell aus Kanada
Sie wird quer durch Kanada die Großmutter des Anti-Atom-Widerstands verehrt. Die 83-jährige Aktivistin widmete die vergangenen zwanzig Jahre ihres Lebens der Aufklärung der Bevölkerung von Saskatchewan, jener Provinz, in der das meiste Uran Kanadas gewonnen wird. |
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