Nuclear-Free News


Deklaration des Indigenous World Uranium Summit
Window Rock, Navajo Nation, USA
2. Dezember 2006


Wir, die auf dem Indigenous World Uranium Summit versammelten Völker, fordern in diesem kritischen Augenblick zunehmender nuklearer Bedrohung der Mutter Erde und allen Lebens ein weltweites Verbot des Abbaus, der Verarbeitung und der Anreicherung von Uran auf unseren Territorien. Der Einsatz von Kernbrennstoffen, das Testen und die Stationierung von Atomwaffen und die Lagerung von Atommüll auf unserem Land müssen verboten werden.

Indigene Völker haben über Generationen hinweg in besonders hohem Maß unter Atomwaffen und Kernenergie gelitten. Die nukleare Brennstoffkette vergiftet uns - Menschen und Land, Luft und Wasser - bedroht unsere Existenz und die unserer Kinder und Enkel. Die Kernenergie ist keine Lösung für den Klimawandel. Uranabbau, die Weiterentwicklung der Kernenergie und internationale Vereinbarungen (wie z.B. der neue US-amerikanisch-indische Kooperationsvertrag), welche die nukleare Brennstoffkette fördern, verletzen unsere Menschenrechte, verstoßen gegen die Grundrechte von Mutter Erde und gefährden unsere traditionellen Kulturen und unsere spirituelle Harmonie.

Wir bekräftigen erneut die Forderung des World Uranium Hearings 1992 in Salzburg: "Uran und andere radioaktive Stoffe müssen an ihrem natürlichen Platz bleiben." Wir erklären uns mit dem Volk der Navajo (Diné) solidarisch, das 2005 den Diné Natural Resources Protection Act verabschiedet hat, ein auf den traditionellen Rechten der Diné basierendes Gesetz, welches Abbau und Verarbeitung von Uran auf dem Land der Navajo auf ewige Zeiten verbietet. Auch wir setzen uns für eine Zukunft ohne Atomwaffen und Kernenergie ein.

Wir Indigenen sind unserer Mutter, der Erde, spirituell und kulturell verbunden. Daher unterstützen wir die Entwicklung erneuerbarer Energien aus Quellen, welche indigene Territorien und die Ökosysteme der Erde erhalten statt sie zu zerstören.

Wir stellen uns in die Tradition des jahrhundertelangen Widerstands unserer Vorfahren gegen den Kolonialismus und ehren die Arbeit, den Mut, das Engagement und die Opfer der Menschen, die sich hier zum ersten Indigenous World Uranium Summit zusammengefunden haben - Indigene und Nicht-Indigene aus Australien, Brasilien, China, Deutschland, Indien. Japan, Kanada, den USA und Vanuatu. Unsere Bewunderung gilt auch den großartigen Leistungen der Preisträger des diesjährigen Nuclear-Free Future Awards, die hier am 1. Dezember 2006 ausgezeichnet wurden. Wir werden auch weiterhin weltweit Aktivisten in ihrem gewaltfreien Kampf gegen das Uran unterstützen.

Das auf diesem Gipfel gewonnene Wissen werden wir in die Welt tragen. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir die Konferenzbeiträge zusammenfassen bzw. ungekürzt zur Verfügung stellen: Berichte aus fünf Kontinenten, traditionelles Wissen der Indigenen, medizinische und naturwissenschaftliche Fachbeiträge, welche ein weltweites Verbot des Abbaus und der Verarbeitung von Uran rechtfertigen. Wir werden auf lokaler, nationaler, internationaler und Stammesebene konkrete Pläne vorlegen, um den indigenen Widerstand gegen die nukleare Brennstoffkette zu unterstützen. Und wir werden mit juristischen und politischen Mitteln für Widergutmachung vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Schäden kämpfen, welche die indigenen Völker und ihre Ressourcen durch die nukleare Brennstoffkette erlitten haben.

--German translation by Wolfgang Heuss



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