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2001 Nuclear-Free Future Awards

Carnsore Point

CarnVaha Celebration
Carnsore Point, Ireland
8 September 2001

Die Preise im Geiste des World Uranian Hearings gingen 2001 an:

Widerstand: Kevin Buzzacott, Australian
Aufklärung: Kenji Higuchi, Japan
Lösungen: Hans-Josef Fell, Deutschland
Lebenswerk: Solange Fernex, Frankreich
Special Recognition: David Lowry

The 2001 Nuclear-Free Future Award Slideshow

Nukleare Katastrophen lassen sich nicht von Menschenhand begrenzen. Weder örtlich noch zeitlich. Die Bedrohung ist global und entzieht sich unseren Zeitbegriffen. Um den Erdball führt daher die Route des Nuclear-Free Future Award.

Wir begannen 1988 in Salzburg. Mit Salzburg verband uns bereits ein Ereignis im September 1992. Damals tagte dort das World Uranium Hearing. Aus allen Erdteilen legten Betroffene des Atomzeitalters Zeugnis ab über die Zerstörung ihrer Kulturen und ihres Lebensraumes durch die täglichen Auswirkungen der militärischen und zivilen Nutzung nuklearer Technologie: Uranabbau, Atomwaffentests, Lagerung radioaktiven Mülls – tägliche Verseuchungen auch ohne Katastrophen oder Krieg. Die Mehrheit der Opfer, so offenbarte das Hearing, gehört indigenen Völkern an. In einer »Deklaration von Salzburg« forderte die Versammlung: »Das Uran muss in der Erde bleiben!« Diese Salzburger Erklärung gehört mittlerweile zum Bestand des Center for Human Rights der Vereinten Nationen in Genf. Aus der historischen Woche in Österreich ging die Idee hervor, Men- schen zu ehren, die auf herausragende Weise daran arbeiten, unseren Nachkommen eine atomfreie Zukunft zu hinterlassen. Denn das Atomzeitalter wurde von Menschen geschaffen. Und nur von Menschen kann es wieder beendet werden.

Zur zweiten Preisverleihung gingen wir in das Hochland von New Mexico, nach Los Alamos. Hier begann während des Zweiten Weltkriegs mit dem Manhattan Project die Unterwerfung der Naturwissenschaften unter das Diktat von Militär und Wirtschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit zur Entwicklung von Massenvernichtungsmitteln. Immer neue, verbesserte Generationen von Zerstörungswaffen werden dort seitdem geboren und gewartet, bis sie von neuen Generationen von Atomwaffen aus den Händen sogenannter Designer abgelöst werden. In Los Alamos pflegt man ein exklusiven Welt- und Geschichtsbild, wie es nur in der Isolation wachsen kann. Da verwundert dann die Hybris nicht mehr, mit der sich dieses versteckte Labor bemüht, den Friedensnobelpreis zu ergattern. Wofür? Für die Gewährung des Weltfriedens durch Abschreckung mit Atomwaffen. Als wir in der Fuller Lodge in historischer Ambiente - dort trafen sich die Wissenschaftler um Robert Oppenheimer des Abends - unsere Preisträger ehrten, wurden wir von der Laborleitung und den Medien nicht behindert - sondern einfach ignoriert.

Nach Berlin lockte uns im Jahr 2000 die grüne Präsenz im Parlament, aber auch der Atomausstieg. "Ausstieg" – so wurde die Absage an den Bau neuer Kernkraftwerke betitelt, nebst der Verpflichtung, sämtliche Reaktoren im Lande bis zu ihrer Schließung ungehindert laufen zu lassen. Ausstieg? Weitere 24 Jahre Atomstrom bedeuten weitere 24 Jahre Uranabbau und weitere 24 Jahre Atommüll. Das Schönreden einer Gefahr ist eine Sünde gegenüber den Nachkommen. Wie werden sie das Wort »Ausstieg« einmal zitieren?

Der Nuclear-Free Future Award feiert 2001 sein vierjähriges Bestehen - in Irland. Irland ist ein atomfreies Land, gleichzeitig eingekeilt zwischen die Atommächte England und Frankreich. In Carnsore Point im Südosten der Insel war in den Siebziger Jahren ein Reaktor geplant. Vier Jahre lang zogen die Gegner jeden Sommer an die Küste von Carnsore und taten ihren Widerstand kund; sie taten es singend, angeführt durch den Barden Christy Moore. Die Regierung erteilte schließlich der Nukleartechnologie eine endgültige Absage. Die Geschichte der atomaren Ära ist dunkel. Licht kommt in dieses Dunkel nur durch einzelne Geschichten und Gestalten. An der Küste Irlands werden wir diese Geschichten hören und Freundschaft schließen können mit den Erzählern und Exzählerinnen: Kevin Buzzacott, Kenji Higuchi, Hans-Josef Fell, David Lowry und Solange Fernex.

--Claus Biegert




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