Der Nuclear-Free Future Award

Der Nuclear-Free Future Award ehrt seit 1998 weltweit Menschen, die sich für eine Zukunft frei von Atomkraft und Atomwaffen einsetzen. Die bis 2018 jährlich an anderen Orten statt findenden Preisverleihungen zeigen die Größe und Vielfalt der globalen Antiatom-Bewegung. Damit ist der Nuclear-Free Future Award laut taz der wichtigste Anti-Atom-Preis der Welt.

Die Kategorien

Der Nuclear-Free Future Award wird in fünf Kategorien vergeben. Die ersten drei Kategorien sind mit jeweils 10 000 Dollar Preisgeld dotiert, sie lauten: WIDERSTAND, AUFKLÄRUNG, LÖSUNG.

Mit den beiden Ehrenpreisen LEBENSWERK und BESONDERE ANERKENNUNG werden besondere Leistungen aktiver Persönlichkeiten der weltweiten Anti-Atom-Bewegung hervorgehoben. Sie durchlaufen nicht den selben Abstimmungsprozess der internationalen Jury, wie die Kandidaten der ersten drei Kategorien, sondern deren Auswahl ist das Ergebnis intensiver Diskussionen mit unseren Mitarbeitern und Partnern in den jeweiligen Veranstaltungsorten.

Wer kommt in Frage

Als Kandidat*innen für den Nuclear-Free Future Award kommen in Frage:

  • Aktivist*innen, die gegen Uranabbau und ungesicherte Lagerung von Nuklearmüll kämpfen. Aktivist*innen indigener Gesellschaften stehen dabei weltweit in vorderster Front: gut Dreiviertel der Uranvorräte werden auf ihrem Land abgebaut und sorgen für eine radioaktive Verseuchung ihrer Heimat und die Zerstörung ihrer Kultur
  • Wissenschaftler*innen und Journalist*innen, die über die Folgen radioaktiver Strahlung aufklären und die Schleier lüften, die es Industrie und Politik bis heute ermöglichen, die Öffentlichkeit zu täuschen
  • Politiker, die sich für eine Verbreitung nachhaltiger Energietechnologien und für atomare Abrüstung engagieren. Vor allem, wenn sie erkennen, dass zivile und militärische Nutzung der Kernspaltung nicht zu trennen sind
  • Jurist*innen, die die Verletzung der Menschenrechte durch Uranabbau oder den Einsatz von Uranmunition international anprangern
  • Künstler*innen, die die nukleare Ära zu ihrem Thema machen. Zugelassen sind die Sparten Musik, Literatur, bildende Kunst und Film
  • Initiativen und Gemeinden, die nachhaltige Alternativen zur Atomenergie erfolgreich umsetzen
  • Visionäre, die überzeugende Entwürfe einer Welt frei von Atomwaffen und Atomstrom liefern

Sollten Sie feststellen, dass dieser Liste eine Gruppe fehlt: Schreiben Sie uns!

Wie nominiere ich

Nominieren kann jede Person. Eigennominierungen sind nicht möglich, dies gilt auch für die Nominierung durch ein Familienmitglied oder das Mitglied einer gemeinsamen Organisation. Ist die nominierende Person den Mitarbeiter*innen des Nuclear-Free Future Awards nicht bekannt, so muss sie neben der Nominierung auch ausreichend Auskunft über ihr bisheriges Tun geben. Nominierungen können nicht im Voraus für PR-Zwecke verwendet werden. Der Nominierung müssen Kontaktadressen (inklusive E-Mail und Telefon) von der nominierenden Person und dem/ der Kandidaten/ Kandidatin beiliegen, damit den Mitgliedern der Jury die Möglichkeit gegeben ist, zusätzliche Fragen zu stellen. Pro Jahr ist eine Nominierung möglich.

 

Die Nominierungen sollten, falls möglich, auf Englisch abgefasst sein. Zusätzliches Material (Zeitungsausschnitte, Rundfunkmitschnitte, Fotos, Videos, etc.) sind willkommen. Sollten Sie Fragen haben, nehmen Sie gern vorher mit uns Kontakt auf. Wenn Sie die Nominierung per E-Mail senden, bitten wir Sie, gleichzeitig die ausgedruckte Version per Post an unser Münchner Büro zuschicken. Der Einsendeschluss ist, wenn nicht anders angegeben, immer der 1. März. Nur eine vollständige Nominierung ist gültig. Diese muss folgende Punkte beinhalten:

  • Adresse, E-Mail, Telefon von Ihnen UND von der nominierten Person
  • Ein Foto des/ der Kandidaten/ Kandidatin (wenn digital in 300 dpi)
  • Begründung der Nominierung: Warum kommt Ihr/ Ihre Kandidat/ Kandidatin für diesen Preis in Frage. Umfang: ca. 1 Seite; Anhang: keine Begrenzung
  • Biografie Ihres/ Ihrer Kandidaten/ Kandidatin (ca. 1 Seite)
  • Ihre eigene Biografie und eine Begründung, was Sie in die Lage versetzt, als Nominator/ Nominatorin aufzutreten. Dies erübrigt sich, wenn Sie den Organisatoren bereits bekannt sind
Die Jury

Jury-Mitglieder 2020:

Michael Asch Kanada

Kanada

Ethnomusikologe, Jazzpianist und Professor für Anthropologie an der Universität von Victoria. Versucht die Beziehungen zwischen First Nations und dem Staat Kanada in Einklang zu bringen. Jurymitglied seit 2010

Anne Bancroft

USA
 
Sportlehrerin, Umweltschützerin und Entdeckerin. Erreichte als erste Frau sowohl den Nord- als auch den Südpol. Seit 1999 Jurymitglied

Dr. Till Bastian

Deutschland

Mediziner und Journalist, arbeitete bis 1982 als niedergelassener Arzt und war 1983 bis 1987 Geschäftsführer von IPPNW-Deutschland. Seit 1997 ist er Redakteur der Fachzeitschrift „Umwelt – Medizin – Gesellschaft“ und Dozent für Literatur an der Europa-Akademie Isny. Seit 1999 Jurymitglied

Angela Davis

USA

Bürgerrechtlerin, Philosophin, Humanwissenschaftlerin und Schriftstellerin. In den 1970er-Jahren wurde sie zur Symbolfigur der Bewegung für die Rechte von politischen Gefangenen in den USA. Seit 1999 Jurymitglied

Sue Dürr

Deutschland/ USA

Friedensaktivistin, die Attac-München gegründet und sich gegen TTIP engagiert hat. Jurymitgliedseit 2001

Johan Galtung

Norwegen

Mathematiker, Soziologe und Politologe. Er gründete 1959 das Institut für Friedensforschung und wurde 1969 Professor für Friedens- und Konfliktforschung. Seit 1999 Jurymitglied

Monika Griefahn

Deutschland

War Vorstand von Greenpeace International (1984-1989), niedersächsische Umweltministerin (1990-1998) und Mitglied des Deutschen Bundestages (1998-2009). Seit 2012 arbeitet sie als Umweltmanagerin im Tourismus. Seit 1999 Jurymitglied

Dr. Rainer Grießhammer

Deutschland

Chemiker und mehr als 30 Jahre Mitarbeiter und Geschäftsführer des Öko-Institut. Seit 2012 Honorarprofessor für Nachhaltige Produkte. Jurymitglied seit 2011

Karl Grossman

USA

Professor für Journalismus an der Universität New York, der seinen Studenten vor allem die Kombination von investigativem - und Umweltjournalismus lehrt. Jurymitglied seit 2001

Vanamali Gunturu

Indien

Dozent und Autor. Studierte Sanskrit, englische Literatur, Geschichte und Philosophie an der Osmania University Hyderabad und promovierte in westlicher Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Jurymitglied seit 2007

Xanthe Hall

Deutschland

Arbeitet seit den 1990er Jahren bei der IPPNW und wurde 2014 Mitgründerin von ICAN Deutschland. Jurymitglied seit 2016

Ehemalige Jury-Mitglieder:

Die Preisträger der Kategorie: Widerstand

2018 In Salzburg

Jeffrey Lee hat den Schutz seines Landes und seiner Kultur dem persönlichen Profit vorgezogen. Er lehnte jahrelang die Angebote des Atomkonzerns Areva ab, in Koongarra Uran zu fördern. Es ist das traditionelle Land der Djok, über das er Clanchef Verfügungsgewalt hat. Stattdessen hat er Koongarra dem australischen Staat angeboten, und der hat das Land in den Kakadu-Nationalpark integriert.

2017 In Basel

1978 ließ sich Almoustapha Alhacen nahe Arlit vom Atomkonzern Areva als Arbeiter in einer Uranmühle anstellen. Weil es seltsame Erkrankungen bei Kollegen und deren Frauen und rätselhafte Todesfälle relativ junger Menschen gab, gründete Alhacen im Jahr 2002 eine lokale NGO namens Aghirin`man, in der Sprache der Tuareg „Schutz der Seele“, die sich der Erforschung von Uran-Gefahren verschrieb.

2016 In Johannesburg

„Anwalt für Leben und Gerechtigkeit“ ist kein eingetragener Beruf. Und doch wäre es die treffende Berufsbezeichnung für Arif Ali Cangi, der sich seit 1995 als Vorstandsmitglied einer Anwaltsvereinigung mit Menschenrechts-Angelegenheiten, Schutz gegen Folter sowie Rechten von Frauen, Kindern und Gefangenen befasst. Er engagiert sich gegen illegale Lagerung von Atommüll und den Bau des AKW Akkuyu.

2015 In Johannesburg

Am 28. Juli 2012 brach Megan Rice, damals 82, gemeinsam mit Michael R.Walli (63) und Gregory I. Boertje-Obed (57) in Oak Ridge/Tennessee in einen sogenannten „Y-12 Security Complex“ ein: einen der streng bewachten Orte, an denen die Vereinigten Staaten hoch angereichertes, waffenfähiges Uran lagern. Die drei – alle Mitglieder von „Jetzt Schwerter zu Pflugscharen“ – sprayten Friedensparolen.

2014 In München

Golden Misabiko hatte 2000 öffentlich gemacht, dass die Regierung Kabila acht angebliche Putschisten ohne Gerichtsverfahren hinrichten ließ. Im Jahr 2009 veröffentlichte der Präsident von ASADHO einen Bericht über die Regierungsbeteiligung an illegalem Uranabbau in der stillgelegten Shinkolobwe-Mine und deckte Geheimverhandlungen mit dem französischen Atomkonzern AREVA auf.

Die Preisträger der Kategorie: Aufklärung

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Die Preisträger der Kategorie: Lösung

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Die Ehrenpreisträger der Kategorien: Lebenswerk und Besondere Anerkennung

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